Was macht das Mobile Web?

Es ist jetzt schon einige Monate her – es war noch das Jahr 2006 in den Kalendern – da konnte man überall in der Blogosphäre lesen: 2007 wird DAS JAHR des Mobile Web.
Sogar eine eigene Top Level Domain .mobi wurde angeschafft.

Schon damals habe ich mich gefragt: „Dude … Was genau soll das Mobile Web in Deutschland sein?“. Ich meine wir haben hier schon einige Limitationen im Internationalen Vergleich.
Das in meinen Augen größte Problem liegt in der Tatsache der doch recht hohen Startkosten, die auf einen Anbieter von Mobilen Lösungen zukommen. Von den Kosten die bei einer Location Based Services-orientierten Seite wie z.B. Dodgeball (eine Idee, die ich geil finde, aber nicht finanzieren konnte) anstehen mal ganz abgesehen. Diese Kosten kann man meiner Meinung nach nur mit viel Eigenkapital bzw. einer Seed-Finanzierung bewerkstelligen.
Ein weiteres Problem was ich sehe ist die Verbreitung von E-Mail Funktionalität in Handy’s in Deutschland. Vergleicht man das mit den USA, wo fast jedes Handy diese Funktionalität unterstützt ist es hier doch noch recht gering, bzw. gering verbreitet. Der Deutsche Ansatz wäre wieder der, „schick xxx an die yyy“, um eine Mobile Lösung bereitzustellen. Es entstehen dabei Kosten sowohl auf Seiten des Endkunden (= User), als auch auf Empfängerseite (=Anbieter). Wie bereits erwähnt. Im Vergleich zu den USA und der E-Mail Lösung sind das immense Mehrkosten, wenn man von einem großen Portal ausgeht.

Welche Möglichkeiten einer Mobilen Lösung gibt es eigentlich? Ich habe verschiedene Ansätze mir angeschaut. So z.B. Twitter (wobei ich den Aufsatz Twittervision oder Twitter Atlas viel geiler finde). Bei Twitter fragt man sich „What are you doing?“ – Diese Frage kann mit einem Satz beantwortet werden. Und zwar mittels Instant Messaging, Web oder via „Mobile“. Wobei das Mobile hier wiederum bedeutet schick eine E-Mail mit deinem Handy an xxx@xxx. Ist es das wirklich wert, mobilegenannt zu werden?

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, Mobile Endanwendnungen an den Markt zu bringen? Nun man könnte z.B. in sein Profil in den diversen Social Networks via MMS aktuelle Bilder (mit dem Handy abgeschossen) einstellen („Ich weiß, gibt es bereits…“). Man könnte ganze Dienste aufs Handy abbilden. Aber: bringt das wirklich was? Kann ich aus der mobilen Nutzung wirklich einen Benefit ziehen, der mich weiter bringt und das zu niedrigen Kosten?? Eher nicht. Vergleicht einfach auch mal die Kostennoten der Handy Provider bzgl. UMTS/GPRS Gebühren. Welcher normale Handynutzer (im Massenmarkt) kann/will sich das leisten, wenn er doch auch einfach daheim dann ins Web gehen kann und den Dienst nutzen kann.

Ich sehe noch keinen Mobilen Webdienst, der, für den Deutschen Markt gesehen, hier Sinn machen würde. Auch fehlt mir noch konkret ein Geschäftsmodell hinter solchen Diensten. Denn bringt Werbung unter den Nachrichten, die zwischen Handy und Dienst hin und her geschickt werden wirklich was? Bringt ein kostenpflichtiger Dienst für Nicht-Geschäftskunden wirklich den gewünschten Erfolg? Kann man einen Dienst so wichtig machen, dass es ein „MUST-HAVE“ für den Endkunden ist? Ich denke nicht.
Vielleicht auch nur dann, wenn man mit Handy Providern zusammenarbeit und diese für die genutzten Dienstleistungen zahlen lässt.

Und selbst wenn wird es in kürzester Zeit einen Anbieter geben, der den Dienst kopiert und für umsonst anbietet. So ist es, dass Web Business!

Ich für meine Wenigkeit zumindest werde das Mobile Web weiterhin verfolgen. Schließlich soll es das „nächste größere Ding“ im Web werden.
Eine erfolgreiche Umsetzung in Deutschland sehe ich aber aufgrund der vorab genannten Problematiken als schwierig an.

Ich möchte dieses Post aber gerne nutzen um eine Diskussion zu dem Thema zu starten. Welche Mobile Startups findet ihr interessant und empfehlt einem, die sich anzusehen? Welchen Dienst würdet ihr starten? Wo sieht man den Benefit eines Mobile Service ohne groß hinzusehen und wie ist deren Geschäftsmodell?

Helft mir, dieses Business zu verstehen.

DANKE!!!

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2 Responses to Was macht das Mobile Web?

  1. weconomy sagt:

    Ich denke ein must-have im mobilen Bereich wird es vorerst nicht geben. Ein Dienst muss so gut sein, dass er es zum nice-to-have schafft. Die ersten Fotokameras erscheinen mit GPS-Sensor um Fotos direkt einem Ort zuweisen zu können. Mobiltelefone mit integrierter Kamera werden sich über das Mobilfunknetz oder GPS orientieren können.Mobile Endgeräte können bereits nächstes Jahr viele Angaben, die man bisher mühselig verbinden musste, automatisch verbinden. Ort, Zeit, Video (Bild/Ton) und besitzen einen Internet-Anschluss.

    Ein Beispiel wo es hin geht:
    Man geht auf Reise. Man nimmt mit seinem Mobiltelefon hier ein Foto auf, dort ein Video, schreibt am nächsten Ort einen kurzen Text oder nimmt die Freunde im Nebenzelt beim Reden auf. Zuhause angekommen kann man am PC auf einer Karte sehen, hören und lesen, was man wann, wo und wie erlebt hat.

    Spätestens, wenn die Displaygröße Bedienbarkeit nicht mehr von der Gerätegröße abhängig sind, wird es nur noch Mobile-Geräte geben. Wer will auch schon immer zu Hause sein um vernünftig online sein zu können…

  2. Ich glaube durchaus, dass es einen Markt für mobile Anwendungen gibt. Dummerweise ist man in Deutschland nur wieder dabei einen einstmals vorhandenen Vorsprung im mobilen Bereich zu verspielen. Wieder einmal zeigen uns die Amerikaner wohin die Reise geht. Dort sind im letzten Jahr zahlreiche Start-ups im mobilen Bereich entstanden. Dodgeball war ja nur der erste…und Twitter ist nun ein Beispiel für einen der es grenzüberschreitend schafft. Während bei uns von Investorenseite immer sehr risikoavers agiert wird – frei nach dem Motto „das dauert noch Jahre bis das kommt…wenn überhaupt“ wird in den US heftig in solche Start-ups investiert. So erhielt mobio 9 Mio für mobile Widgets, Loopt 5 Mio für einen lokalen Freunde finder. Wenn das so weitergeht werden wir auch hier das grosse Geld am Ende von US Firmen gemacht werden.

    Eine andere Frage ist, mit welchen Diensten man tatsächlich erfolgreich sein kann. Ich stimme weconomy zu, dass die Stärke des Handys eben darin liegt, dass man es unterwegs benutzen kann. Funktionen im Kontext Stadt, Reise, neue Orte entdecken und mit Freunden teilen können da als erste vermutlich erfolge verbuchen. Entscheidend wird dabei sein die Zeit bis entsprechend leistungsfähige Handys verbreitet sind zu überbrücken. Ich bin selbst in disem Sektor mit einem eigenen mobile Start-up tätig. Ziemlich genau in mit dem, was hier bereits beschrieben wurde…daher vielleicht etwas biased ;-).

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